Nico machte mich neulich auf diesen Post von Fefe zur kognitiven Dissonanz aufmerksam, dessen Behauptung, wir würden Entscheidungen fällen und uns erst hinterher Argumente zurechtlegen, wieso diese Entscheidung rational richtig war, ich eigentlich nur zustimmen kann. Wir können nicht damit leben, etwas zu tun oder zu glauben, das eigentlich »falsch« oder nur »grundlos« ist, aber da es so viel schwieriger ist, das »Richtige« zu tun, biegen wir uns die Realität so zurecht, dass alles in Einklang steht.
Der Post und die ganze Theorie beziehen sich eher auf Weltbilder, man kann das aber natürlich auch auf Alltagssituationen anwenden.
Nico wollte nun argumentieren, es sei unvernünftig von mir gewesen, das PowerBook und original Apple-Zubehör zu kaufen, weil es viel Günstigeres auf dem Markt gäbe. Meine aggressiven Gegenargumente drehten sich natürlich sofort um »Effizienz und Stabilität«, »Zeitersparnis« und »Billigschrott aus dem Netz« (mit dem ich wirklich schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht habe).
Aber genau da liegt natürlich die Falle. Selbstverständlich habe ich genug Argumente parat, welche die Kaufentscheidung aus meiner Sicht perfekt rechtfertigen.
Andererseits muss man fragen, was ist denn nun eigentlich »vernünftig«? Sowohl bei Weltbildern als auch bei solcherlei Kaufentscheidungen kann man nicht so richtig im Kantschen Sinne argumentieren, weil jeder andere Bedürfnisse hat und wir nun einmal sehr unterschiedlich sind. Natürlich sollte es nicht »allgemeines Naturgesetz« werden, dass alle mit Apple-Laptops herumrennen und sich maßlos überteuertes Zubehör kaufen. Das würde selbst ich nicht empfehlen. Auf der anderen Seite halte ich es allerdings auch für falsch, möglichst billig einzukaufen, denn erfahrungsgemäß (wirklich!) hält no name aus China nicht lange, es braucht aber ebenso viel Energie, das herzustellen und nach Europa zu karren. Der Kapitalismus an sich ist nicht vernünftig.
In einer Welt, die so kompliziert ist und in einem System, das dem Einzelindividuum in Dingen wie dem Wirtschaftssystem fast keine Wahl lässt, kann man also gar nicht anders, als kognitive Dissonanzen durch irrationales Überpinseln der Wirklichkeit aufzuheben. Das passt auch perfekt zu globalen Problemen wie Treibhauseffekt, Überbevölkerung, Nahrungs- und Wasserknappheit, etc. Wir wissen einfach nicht, wie wir diese ganzen Probleme lösen sollen, also treffen wir Entscheidungen und tun eben so, als seien es die richtigen. Besser als nichts! Oder?
Das Problem dabei ist: wenn es die falsche Entscheidung war, dann dauert es sehr lange, das auszubügeln, weil sich jeder ja bereits Argumente zurechtgelegt hat, warum das rational richtig war.
Meinen Vegetarier-Idealismus habe ich mittlerweile auch aufgegeben. Angeblich, weil die Mensa fast ausschließlich Pressgemüse anbietet. Das tut sie wirklich und das ist traurig. Außerdem hatte ich dann öfter Hunger. Aber vielleicht esse ich nur viel zu gern Fleisch :)
(frei nach?) Kant.
Wow, das wird wahrscheinlich mein Lieblingszitat. Eben gefunden in einem sehr lesenswerten Artikel der Telepolis: Die Sklavenhalter sitzen heute in den Börsen.
Du wirfst mir vor, deine schlechte Seite zu sein, der negative Einfluss, ja, gar der Teufel! Das nächste mal, wenn ich dich wieder herumgekriegt habe und du dein schlechtes Gewissen auf mich hetzt, bedenke, was ich für dich tue!
Ich zwinge dich, du selbst zu sein. Ich bin das, womit du dich identifizierst — das, was du nicht möchtest, bist du nicht und das willst du nicht sein.
Ohne mich würdest du nie das machen, was du willst, sondern nur das, was andere von dir wollen. Du kannst nicht immer nur deine Pflichten erfüllen. Vor allem musst du das mit deinem Leben machen, was du willst.
Ich entwickle deine Leidenschaften.
Dank mir verwirklichst du dich selbst. Wenn du das machst, was dir Spaß macht, dann machst du das gut. Den Rest, den du öde findest, machst du sowieso schlecht. Also lass’ das und konzentriere dich auf das, was das meiste für dich verspricht.
Und wenn du gerade wieder am Glimmstengel ziehst oder die eine oder andere Tafel Schokolade in dich hineingestopft hast, auf die du seit Jahresanfang eigentlich verzichten wolltest, dann frage dich, was du bist.
Bist du ein Genussmensch?
Dann kannst du eh nicht darauf verzichten, und wenn du dich zwingst, dann wirst du zu etwas, das du nicht werden willst, weil du eigentlich damit zufrieden bist, so, wie es jetzt ist. Es sei denn, du willst tatsächlich so werden, dann überredest du mich durch deine Entschlossenheit dazu, das Maul zu halten.
Dein
Innerer Schweinehund