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Der Tag des Gemüses 1 apr 2011

René hat mich eben auf diesen Artikel bei Zeit Online aufmerksam gemacht: Rohe Fleischeslust, über den Veggie-Tag in der Leipziger Mensa.

Mal davon abgesehen, dass es an diesem Tag leider nicht geschmeckt hat, finde ich das Projekt eine sehr gute Idee. Es geht nicht um Entmündigung, sondern darum, zu zeigen, dass man leckere und nahrhafte Gerichte auch ohne Fleisch zustandebekommen kann.

Heute blicken wir teils verächtlich auf die Leute von früher: damals hat man Menschen gefoltert und Frauen unterdrückt. Die Indianer ausgerottet oder sich nicht gewaschen. Ich bin mir fast sicher, dass die Menschen in einhundert, zweihundert Jahren ihre Ethik gegenüber anderen Säugetieren soweit ausgebaut haben werden, dass Fleischessen verpönt sein wird. Von grausamer Massentierhaltung ganz zu schweigen.

Ich bin selbst kein Vegetarier, aber ich bewundere jeden, der das durchzieht. Wir sind für unsere körperliche Gesundheit nicht mehr auf Fleisch angewiesen. Es ist reiner Luxus.


Einstürzende Elfenbeintürme 17 feb 2011

In der Albertina hatte ich noch großen Respekt vor den Büchern. Angewandter als »Hegel, Kant, Nietzsche und Schopenhauer: die Thesen, Antithesen, Synthesen und Hypothesen auf einen Blick« wird es da nicht. Zudem wird man pünktlich abends um zehn rausgeschmissen.

Nun habe ich die Campusbibliothek entdeckt. Da kann man bleiben, solange man möchte. Der Nachtwächter kommt alle zwei Stunden vorbei und bestätigt den Türen mit seinem Pieper, dass er und die Lesenden noch leben und mindestens eine Person im Haus noch nicht eingeschlafen ist. Und es gibt Bücher für alle Eventualitäten.

Heute zum Beispiel im Elektronikregal entdeckt: »Der kleine Abhörratgeber«. Mit Diskette.

Wie toll ist das denn bitte?! Das steht jetzt ganz oben auf meiner Liste der Bücher, die ich lesen muss, wenn ich mal zu viel Zeit habe oder nachts nicht schlafen kann. Natürlich nur, um zu wissen, wie man sich vor Mithörern schützt; ich habe aber eigentlich nicht vor, den TEMPEST meines Monitors mit einer Breitbandantenne zu stören — aber abfangen wäre mal interessant. Nur, um das mal gemacht zu haben ;)

Und wie toll ist es denn, dass es in der Campusbibliothek ein Elektronikregal gibt? Da gibt es Bücher, die sogar ahnungslosen Physikern erklären, was die ganzen Widerstände und Kondensatoren in den Schaltungen machen. Wirtschaftswissenschaftler, Mathematiker und Informatiker wohnen ja doch nicht nur in Elfenbeintürmen :)

Nebenbei bemerkt bin ich mir sicher: wenn unser Kriegsminister Johannes Guttenberg so eine tolle Bibliothek gehabt hätte, dann wäre ihm die Einleitung zu seiner Doktorarbeit bestimmt auch noch selbst eingefallen. Aber der verballert jetzt sowieso nur schnell alle Skandale, bevor die Deutschen ihn dann zu ihrem Kanzler machen.


Der Mensch neuen Typus’ 14 oct 2010

Stell dir vor, Mario Barth ist in Leipzig und keiner geht hin. Weil niemand mehr schlechte Witze ertragen kann und alle gegen Nazis auf die Straßen gehen.

Doch es kommen keine Nazis, weil es sie nicht mehr gibt. Sie haben eingesehen, dass es keinen Sinn macht, für düstere Vergangenheiten zu kämpfen.

Selbst die Konservativen beharren nicht mehr auf ihrer Leitkultur, weil sie verstanden haben, dass Kultur etwas Dynamisches ist. Schon immer war. Die CDU ruft Neuwahlen aus.

Die Geburt des Menschen neuen Typus’ steht kurz bevor.

Wenn du dir das vorstellen kannst, dann weißt du, wovon ich heute Nacht geträumt habe.

So, und nun alle wieder aufwachen, der Alltag ruft!


Oma & Opa Voigt 16 nov 2009

Mein Vater hat eine Kiste mit vielen tollen, alten Photos, und dieses hier ist wahrscheinlich mein Lieblingsbild. Es zeigt seine Großeltern vor dem Völkerschlachtdenkmal. Aber wem gehört der Opel? :)

Oma & Opa Voigt


Nazis vs. Antifa 17 oct 2009

Erst einmal war es doch ganz große Klasse, dass so viele Leute heute nach Reudnitz, Volkmarsdorf und Sellerhausen gekommen sind und gezeigt haben, was sie von Nazis halten. Klar, es hätten mehr sein können, besonders, wenn man bedenkt, gegen welche »Ideologie« da alle angetreten sind, aber hey, die Deutschen sind politisch träge, das ist nun einmal so. Erst recht bei nasskaltem Regenwetter.

Wesentlich trauriger finde ich die Meinung von ganz vielen selbsterklärten »Normalos« und CDU-Wählern, die behaupten, die Antifa, die sei ja viiiiiiel schlimmer als die Nazis, denn die Antifa, die randaliert ja auch, während die Nazis »nur« demonstrieren wollten.

Wenn da mal nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden! Die Antifa vertritt ein Weltbild, dem ich ohne zu zögern zustimmen kann. (Anarchie mal ausgenommen, die – soweit ich weiß – eigentlich nicht zu ihrer Ideologie gehört.) Leider vertritt ein gewaltbereiter Arm dieses Weltbild mit völlig unangebrachten Mitteln.

Die Nazis stehen andererseits für ein Weltbild, dessen Ablehnung praktisch zu der Pflicht eines jeden gehört und das sogar in sich voller Widersprüche ist. Sie hätten natürlich nicht randaliert und ihre Meinung halbwegs friedlich kundgetan, nur hatten sie das Pech, dass das niemand hören wollte.

Deshalb finde ich selbst die Chaos stiftende Antifa tausendmal besser als friedliche Nazis, denn was sind schon ein paar umgekippte Autos im Vergleich zu all dem menschenverachtenden Gedankengut, das im schönen Leipzig breitgetreten werden sollte?