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Einstürzende Elfenbeintürme 17 feb 2011

In der Albertina hatte ich noch großen Respekt vor den Büchern. Angewandter als »Hegel, Kant, Nietzsche und Schopenhauer: die Thesen, Antithesen, Synthesen und Hypothesen auf einen Blick« wird es da nicht. Zudem wird man pünktlich abends um zehn rausgeschmissen.

Nun habe ich die Campusbibliothek entdeckt. Da kann man bleiben, solange man möchte. Der Nachtwächter kommt alle zwei Stunden vorbei und bestätigt den Türen mit seinem Pieper, dass er und die Lesenden noch leben und mindestens eine Person im Haus noch nicht eingeschlafen ist. Und es gibt Bücher für alle Eventualitäten.

Heute zum Beispiel im Elektronikregal entdeckt: »Der kleine Abhörratgeber«. Mit Diskette.

Wie toll ist das denn bitte?! Das steht jetzt ganz oben auf meiner Liste der Bücher, die ich lesen muss, wenn ich mal zu viel Zeit habe oder nachts nicht schlafen kann. Natürlich nur, um zu wissen, wie man sich vor Mithörern schützt; ich habe aber eigentlich nicht vor, den TEMPEST meines Monitors mit einer Breitbandantenne zu stören — aber abfangen wäre mal interessant. Nur, um das mal gemacht zu haben ;)

Und wie toll ist es denn, dass es in der Campusbibliothek ein Elektronikregal gibt? Da gibt es Bücher, die sogar ahnungslosen Physikern erklären, was die ganzen Widerstände und Kondensatoren in den Schaltungen machen. Wirtschaftswissenschaftler, Mathematiker und Informatiker wohnen ja doch nicht nur in Elfenbeintürmen :)

Nebenbei bemerkt bin ich mir sicher: wenn unser Kriegsminister Johannes Guttenberg so eine tolle Bibliothek gehabt hätte, dann wäre ihm die Einleitung zu seiner Doktorarbeit bestimmt auch noch selbst eingefallen. Aber der verballert jetzt sowieso nur schnell alle Skandale, bevor die Deutschen ihn dann zu ihrem Kanzler machen.

 
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