Mein absolutes Lieblingsmedium ist noch immer das Radio. Wenn man es gut anstellt (so wie der RBB), dann gibt’s ein umfangreiches Programm mit lockeren, unanstrengenden Moderatoren und das alles schön live, d.h. mit Ecken und Kanten statt polierten Vorproduktionen.
Mir gefällt am Radio, dass es eher nebenbei läuft und nur die Ohren okkupiert. Außerdem bekommt man eine bunte Palette an Themen vorgesetzt. Im Netz lese, höre und schaue ich eigentlich nur das, von dem ich ausgehe, dass es mich interessiert. Ich kenne zwar meine Interessen und meinen Geschmack, kann aber nicht einschätzen, was mir noch gefallen könnte. (Ich spreche hier wirklich nur von mir: es gibt Leute, die klicken wild auf jeden Link, der ihnen unter den Zeiger kommt, das mache ich eher nicht.)
Im Rundfunk begegnet man dahingegen auch viel Neuem; hier ist besonders das Zeugs abseits des Mainstream interessant (d.h. nämlich abseits des kleinsten gemeinsamen Nenners, bei dem alle schon viel zu häufig gähnen.)
So hat der Soundgarden mit Pü mich beispielsweise für Hip Hop begeistert, denn die machen überraschenderweise viel bessere Sachen als nur den ganzen Tag über ihren Benz und die Bitches zu rappen.
Deshalb hier mal zwei Sechs-Sterne-Alben, die ich gekauft habe, nachdem sie im Soundgarden vorgestellt wurden. Eigentlich möchte ich auf dieser Seite keine Musik rezensieren, denn erstens habe ich davon keine Ahnung und zweitens hat wirklich jeder seinen eigenen Geschmack, aber die beiden müssen sein :)
Die Band hat 9 Mitglieder und einer der drei Sänger war zu Gast im Studio. Nach drei gespielten Tracks habe ich das Album bestellt, und die restlichen Titel sind ebenso der Hammer. Mouvement Mondial ist eines meiner absoluten Lieblingsalben, und es geht voll ab: da braucht man keinen Kaffee mehr.
An (politischen) Statements mangelt es auch nicht. Musik mit starken Aussagen macht gleich doppelt so viel Spaß. Mir ist aufgefallen, dass ich fast nur noch deutsche Musik höre. Vielleicht liegt das daran, dass ich da die Aussage besser verstehe als in englischer Musik.
Jetzt bereue ich nur, Französisch seit der zehnten Klasse so stiefmütterlich behandelt zu haben, denn die Révoltés bringen tonnenweise cooles Französisch, und in einem Track auch schnulziges :)
Das Brangenburger Tor photographieren kann jeder, aber das ist noch lange nicht Berlin. Ich weiß auch nicht, was diese Stadt ausmacht, aber Pebe vermittelt wesentlich mehr davon als jeder Fremdenführer. Man kann sich das komplette Album auch schön auf seiner MySpace-Seite anhören.
Beim ersten Hören mag man denken: bloß ein weiteres Rap-Album, aber das ganze Werk ist doch wesentlich vielschichtiger und intelligenter. Man kann es ohne große Sorgen oberflächlich hören, aber um wirklich einzutauchen, sollte man nebenher nichts weiter Intelligenzintensives tun, sondern sich voll auf die Musik konzentrieren.
Wie gesagt: viel Berlin, tonnenweise politische Statements und Gesellschaftskritik, und auch nach dem zwanzigsten Hören entdeckt man immer noch etwas, das man so noch nicht gehört hat. Als Krönung gibt’s passende Filmzitate quer durch das gesamte Album. Und die Musik ist erst recht gut.
Die Leute, die heute so lauthals gegen Street View wettern, hätten im Mittelalter wahrscheinlich auch Hexen verbrannt. Dass sie aber keinen Sinn für die echten Datenschutzprobleme haben, zeigt, dass eigentlich nur wieder ein Sündenbock gefunden werden musste, um im Sommerloch von den eigenen Problemen abzulenken.
Dazu kommt, dass die Klatschpresse den weniger kritischen Mitbürgern scheinbar einredet, Tausende könnten sie den ganzen Tag lang live und nackt zu Hause überwachen. Wenn man unbedingt etwas glauben will, dann glaubt man es auch…
Deshalb ist meine Devise: Wenn es in der BILD steht, kann es eigentlich nicht stimmen.
Unsere europäischen Nachbarn mögen den Datenschutz weniger ernst nehmen als wir, aber auch dort gibt es mündige, kritische Bürger. Derart ausgerastet wie die Deutschen ist niemand.

Darf ich jetzt auch keine Photos mehr veröffentlichen? Muss ich mit verbundenen Augen durch die Stadt laufen, aus Angst, ich könnte meinen Chef aus einem Erotikshop kommen sehen? Die vegane Nachbarin beim Fleischer treffen?
Eine wirkliche Gefahr besteht in zentralen, verknüpfbaren Datenbanken. Darunter fällt Street View eindeutig nicht; allerdings schon eher viele andere Google-Datenbanken, abgesehen von den vielen staatlichen Varianten à la Schäuble&Co.
Kann es sein, dass überproportional viele Flickr-Nutzer Macs in ihren Taschen herumtragen?
Alle zwei Wochen macht Hendrik Schröder einen exzellenten Punkrock-Nightflight (powered by eure Rundfunkgebühren ;)
Und weil man da eh nicht viel nebenbei machen kann, habe ich mal Laptops gezählt. Die ersten 100 verteilten sich wie folgt:
| Mac | 54 | |
| Asus | 14 | |
| IBM & Lenovo | 11 | |
| Dell | 9 | |
| HP | 4 | |
| Samsung | 3 | |
| Acer | 2 | |
| Packard Bell | 1 | |
| Sony VAIO | 1 | |
| Toshiba | 1 |
Je nach Geschmack kann man mit dieser Statistik nun so ziemlich alles aussagen, was man will. Auch, wenn’s nicht stimmt. Zum Beispiel:
Demnächst Telefone oder eine Schlacht Canon vs. Nikon ;)